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Stempel-Wissen von A-Z: P wie Photopolymer (Klarsichtstempel)

Wir werden uns in Zukunft in einer eigenen Beitragsreihe mit den Stempel-Basics zu beschäftigen und wir beginnen heute mit dem Buchstaben P - P wie Photopolymer (Klarsichtstempel).



Es gibt mehrere Stempel-Arten und eines ist ganz klar, nicht alle Stempel zeugen von der gleichen Qualität und spätestens dann, wenn wir zum Stempeln kommen, machen sich diese qualitativen Unterschiede bemerkbar. Man kann dabei die folgenden Stempel-Arten nach ihrer Beschaffenheit unterscheiden:


- Acrylstempel

- Klarsichtstempel aus Photopolymeren

- Klassische Gummistempel


Klassische Gummistempel













Stempel können dabei entweder ablösbar sein, auf einem Schaumstoffträger oder eben auf einem Holzblock (Wood-Mount) montiert sein. Nicht montierte Gummistempel, die also weder auf einem Schaumstoff- noch auf einem Holzblock montiert sind, sind nicht empfehlenswert, da das Handling einfach zu umständlich ist. Gummistempel auf einem Schaumstoffträger lassen sich problemlos auf einem Acrylblock aufbringen und man kann dann auch schon sofort losstempeln.



Photopolymer-Stempel

Speziell bei unseren Stampin’Up! Gummistempel wird immer eine selbstklebende Folie mitgeliefert, die sich auf dem Schaumstoffträger anbringen lässt und keine Sorge, die Folie bleibt auf dem Schaumstoffträger, egal wie oft du diese benutzt. Allerdings verwende ich die mitgelieferten Folien nie, denn die Schaumstoffträger haften auch ohne diese Folie einwandfrei auf den Acrylblöcken. Es kann manchmal sogar von Nachteil sein, wenn man diese Folien nicht korrekt und perfekt ausgerichtet anbringt. Aber das kann jeder natürlich so handhaben, wie er es möchte.


Doch kommen wir zu den qualitativen Unterschieden zurück. Wenn wir Photopolymer-Stempel mit Acryl-Stempel direkt vergleichen, gibt es einige deutliche Unterschiede. Acryl-Stempel sind nie so formstabil wie Polymer-Stempel. Grundsätzlich zeugen Polymer-Stempel von einer deutlich besseren Qualität und dies macht sich spätestens beim Stempeln bemerkbar, denn das Motiv ist nicht so klar und sauber. Der Acryl-Stempel hält auch dem Druck beim Stempeln nicht wirklich stand und gibt sehr schnell nach. Dabei kann es passieren, dass das Resultat unsauber wird und man Farbe auf dem Motiv hat, wo man sie nicht haben möchte. Acryl-Stempel sind auch nicht so langlebig wie Polymer-Stempel, sie können auch vergilben und werden viel schneller brüchig. Wer großen Wert auf klare Stempelergebnisse legt, wird mit einem Acryl-Stempel definitiv nicht glücklich werden. Die Tinte wird beim Polymer-Stempel viel besser und gleichmäßiger aufgenommen und wieder abgegeben als bei einem Acryl-Stempel.



Montierter Gummistempel









Ein weiterer Vorteil der Polymer-Stempel:


Sie sind viel flexibler und trotzdem formstabil, wenn sie auf einen Acrylblock gesetzt werden. So kann man beispielsweise einen längeren Spruch schwungvoll auf den Acrylblock setzen, dies funktioniert jedoch nicht wirklich bei einem Acryl-Stempel, denn hier mangelt es an Flexibilität und der Stempel zieht sich schneller in seine ursprüngliche Form zurück, als man gucken kann.


Übrigens, Photopolymer-Stempel lieben rote Tinte 😊 Die Stempel verfärben sich und lassen sich nicht mehr richtig säubern. Aber das ist absolut kein Nachteil und die Stempel können trotzdem wie gewohnt weiterverwendet werden. Sie verfärben sich, weil Photopolymer die roten Farbpigmente aufnimmt. Wenn Polymer-Stempel nicht mehr so gut haften (bei unseren Stempeln ist mir das bis heute noch nicht einmal passiert), liegt es oftmals daran, dass die Haftfläche einfach verschmutzt ist, man kann diese dann ganz einfach mit Wasser und etwas Spülmittel reinigen.


Woran erkenne ich nun einen Acryl- bzw. Photopolymer-Stempel?


Schau einfach auf den Preis! Wenn du ein sehr günstiges Stempelset ergattert hast, dann handelt es sich höchstwahrscheinlich um Acryl. Auch das Herkunftsland lässt einen Rückschluss zu, denn „Made in China“ ist fast immer eine absolute Garantie für einen grottenschlechten Acryl-Stempel. Ich gehe mit diesen Produkten an dieser Stelle sehr hart ins Gericht, weil ich von dieser Plastik-Schrott-Flut einfach genervt bin. Dies hat gleich mehrere Gründe.


Die Produktionsverfahren sind in der Regel sehr umweltbelastend. Die Produkte sind abgekupfert und man nimmt es mit Copyright und Markenschutz nicht so genau. Die Qualität lässt fast immer sehr zu wünschen übrig und der wirtschaftliche Schaden für die betroffenen Unternehmen ist immens. Es fehlt bei diesen Produkten einfach an allem. Ein gutes Beispiel: Stanzformen werden in einem Ätzverfahren hergestellt. Das Ätzverfahren unterliegt dabei strengen Auflagen, an die man sich in China nicht wirklich hält. Diese Stanzformen können natürlich auf Kosten unserer Umwelt spottbillig hergestellt werden und zu einem Spott-Preis angeboten werden. Ein europäisches Unternehmen kann da absolut nicht mithalten und hat im Endeffekt das Nachsehen.


Wenn bei der Herstellung hochwertiges Photopolymer verwendet wurden, dann wird dies auch häufig als solches deklariert.


Klassische Gummistempel


Wie der Name schon offenbart, werden diese eben aus Gummi hergestellt und oft erkennt man sie an der klassischen roten Farbe (mittlerweile werden je nach Hersteller auch andere Farben verwendet). Gummistempel gibt es unmontiert, montiert und auf Holzblöcken fest montiert. Im Jahre 2019 gab es bei Stampin‘ Up! diesbezüglich einen großen Umbruch und Holzstempel wurden durch die ablösbaren Stempel ersetzt (Cling-Stamps).


Mit klassischen Gummistempeln lassen sich Motive sehr detailreich darstellen – wobei ich sagen muss, dass die Ergebnisse von Photopolymeren meines Erachtens nach, äußerst zufriedenstellend sind und für mich genau so gut wie von den Gummistempel sind.


Die Vorteile von klassischen Gummistempel


- Gummistempel sind noch stabiler als Photopolymere


- Stempelabdrücke sind schöner und gleichmäßiger


- Gummistempel sind widerstandsfähiger und können problemlos mit einem speziellen Reiniger gereinigt werden (Stichwort „Stazon“), dies sieht bei Polymer-Stempel anders aus, denn der Reiniger greift auf Dauer den Klarsichtstempel an und kann diesen mit der Zeit tatsächlich beschädigen.


- Photopolymer-Stempel sind oftmals etwas günstiger als Gummistempel


Ein ganz klarer Nachteil des Gummistempels im Vergleich mit einem Klarsichtstempel: Du kannst nicht durchsehen und stempelst somit praktisch „blind“. Deshalb ist es sehr hilfreich, zuvor einen Probeabdruck zu stempeln.


Kleiner Quicktipp:


Natürlich lassen sich saubere Stempelabdrücke auch mit Photopolymer-Stempel herstellen, allerdings muss man hier schon eher darauf achten, mit wieviel Druck man arbeitet. Polymer-Stempel sind eben weicher in ihrer Beschaffenheit als Gummistempel und übt man beim Stempeln zu viel Druck aus, wird das Resultat eben ungleichmäßiger und nicht so sauber. Wenn du mit Polymer-Stempel arbeitest, solltest du stets eine Schaumstoffunterlage verwenden, denn das Ergebnis ist dadurch einfach viel schöner und gleichmäßiger. Damit ersetzt du praktisch den fehlenden Schaumstoffträger des Gummistempels.



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